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Minijob

Minijob

Ein Minijob ist eine Beschäftigung, die entweder aufgrund der Höhe des Verdienstes als sogenannter 450-Euro-Job (geringfügig entlohnte Beschäftigung) oder wegen ihrer kurzen Dauer (geringfügig kurzfristige Beschäftigung) geringfügig ist. Beide Beschäftigungsarten unterliegen der Steuerpflicht. Es ergeben sich jedoch einige Besonderheiten in der Sozialversicherung.

Geringfügig entlohnte Beschäftigung (450-Euro-Minijob)

Seit dem 1. April 2003 haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung eine sozialversicherungsfreie, geringfügig entlohnte Beschäftigung auszuüben. Natürlich können auch Arbeitnehmer, die keiner Hauptbeschäftigung nachgehen, einen sozialversicherungsfreien Minijob haben. Die Voraussetzungen Durchschnitt 400 Euro nicht übersteigt. Bei ganzjähriger Beschäftigung sind dies maximal 4.800 Euro im Jahr. Die Verdienstgrenze ist vorausschauend bei der Aufnahme der Beschäftigung unter Berücksichtigung von Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu prüfen, und erneut bei jeder Veränderung in den Verhältnissen, die von Dauer ist.

Überschreitet das regelmäßige Arbeitsentgelt die 450-Euro-Grenze, so tritt vom Zeitpunkt des Überschreitens an, Versicherungspflicht in der Sozialversicherung ein. Dies gilt auch immer dann, wenn die Verdienstgrenze durch Aufnahme eines weiteren 450 Euro Minijobs überschritten wird. Mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen sind nämlich zusammenzurechnen. Wird hierdurch die Verdienstgrenze überschritten, liegt für keine dieser Beschäftigungen mehr Geringfügigkeit vor. Die zurückliegende Zeit bleibt jedoch grundsätzlich versicherungsfrei. Die Anzahl der Arbeitsstunden spielt bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung keine Rolle, d.h. die Stundenzahl ist bei der Ausübung eines oder mehrerer Mini-Jobs nach oben nicht begrenzt.

Geringfügig kurzfristige Beschäftigung

Bei der kurzfristigen Beschäftigung ist die Dauer auf 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage im Kalenderjahr befristet und deshalb wird sie auch häufig als Aushilfsjob oder Kurzzeitjob bezeichnet. Bis Ende 2014 war für kurzfristige Beschäftigungen eine Zeitgrenze von 2 Monaten bzw. 50 Arbeitstagen innerhalb eines Kalenderjahres maßgebend. Mehrere kurzfristige Beschäftigungen sind zusammenzuzählen. Bei der Überprüfung von Vorbeschäftigungszeiten ist auf das Kalenderjahr abzustellen. Aus einer Beschäftigungszeit über den Jahreswechsel sind für das neue Jahr nur die Zeiten anzurechnen, die zu Jahresanfang lagen und nicht mehr die Zeit aus dem Vorjahr. Sind alle Voraussetzungen einer kurzfristigen Beschäftigung erfüllt, so liegt auch hier Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung vor. Eine Entgeltgrenze für den Verdienst aus der kurzfristigen Beschäftigung gibt es nicht.

Minijob im Haushalt

Singles, Alleinerziehenden oder auch Familien in denen beide Eltern berufstätig sind fehlt oftmals die Zeit, um alle Arbeiten im Haushalt selbst zu erledigen. Eine Haushaltshilfe kann da beim Putzen, Staubsaugen, Abwaschen, bei der Wäsche, beim Einkaufen und Kochen für Entlastung sorgen. Immer dann, wenn Tätigkeiten erledigt werden, die für gewöhnlich Mitglieder des privaten Haushalts ausüben, spricht man von einem Minijob im Privathaushalt. Zu diesen haushaltsnahen Diensten zählen weiterhin die Betreuung von Kindern, alten und pflegebedürftigen Menschen und auch die Gartenarbeit. Nicht dazu gehören Tätigkeiten, die üblicherweise von Unternehmen erledigt werden wie Handwerkerarbeiten (z.B. Maurerarbeiten).

Die Haushaltshilfe ist in diesem Fall gesetzlich unfallversichert und erhält sogar Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Dem privaten Arbeitgeber bietet sich ein Steuervorteil, da er für ein solches Beschäftigungsverhältnis 20% der Aufwendungen (Arbeitsentgelt und Abgaben), maximal 510 Euro im Jahr steuerlich absetzen kann. Handelt es sich ausschließlich um Kinderbetreuung, sind sogar bis zu 4.000 Euro vom zu versteuerndem Einkommen absetzbar.

Der private Arbeitgeber sollte jedoch beachten, dass die Haushaltshilfe für Schäden, die bei der Ausübung des Minijobs im Privathaushalt entstehen, regelmäßig nicht haftbar gemacht werden kann. Wie bei allen anderen beruflichen Tätigkeiten trägt der Arbeitgeber das Schadensrisiko selbst, außer die Haushaltshilfe hat den Schaden schuldhaft verursacht.

Rechte und Pflichten von Minijobbern

Minijobber haben grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten. Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auf Feiertagsvergütung. Das Bundesurlaubsgesetz regelt den Urlaubsanspruch und ist für geringfügige Beschäftigungen anwendbar. Nach den Grundsätzen des Mutterschutzgesetzes genießen auch Frauen in Minijobs Mutterschutz. Und auch im Kündigungsschutz macht das Gesetz für geringfügig Beschäftigte grundsätzlich keinen Unterschied.

Sozialversicherungsrechtliche Aspekte

Minijobs begründen durch die Sozialversicherungsfreiheit keinen eigenen Schutz in der Sozialversicherung. Freiheit in der Sozialversicherung heißt aber nicht, dass gar keine Beiträge zu zahlen sind.

Minijobber sind in der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich versicherungsfrei. Im Rahmen eines 450-Euro-Jobs zahlt der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag in der Rentenversicherung, durch den der Arbeitnehmer nur geringe Rentenansprüche erwirbt. Der Arbeitnehmer kann bei einem monatlichen Arbeitsentgelt von nicht mehr als 450 Euro jedoch auf die Versicherungsfreiheit verzichten. Den Verzicht muss der Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber schriftlich erklären. Die Entscheidung für oder gegen Rentenversicherungsbeiträge kann nur einheitlich für alle geringfügig entlohnten Beschäftigungen getroffen werden. Durch einen Eigenanteil stockt der Arbeitnehmer dann die Beiträge zur Rentenversicherung auf.

Bei einer geringfügig kurzfristigen Beschäftigung liegt Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung vor.

Praxistipp

Personen, die eine Altersvollrente oder eine Rente wegen voller Erwerbsminderung beziehen, können einen 450-Euro-Job ausüben, ohne dass ihre Rente dadurch gekürzt wird!




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