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Betriebliche Altersversorgung

Betriebliche Altersversorgung

Eine betriebliche Altersversorgung (bAV) liegt vor, wenn einem Arbeitnehmer oder Auszubildenden vom Arbeitgeber Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung zugesagt werden. In der finanziellen Altersabsicherung stellt die betriebliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Vorsorge eine wichtige Säule dar. Gerade unter dem Aspekt des demographischen Wandels, durch den in der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen, ist zur Sicherung des Lebensstandards im Alter weitere Vorsorge geboten. Hinzu kommt, dass wegen der Anhebung der Regelaltersgrenze viele Arbeitnehmer vorzeitig in Rente gehen, dadurch Rentenabschläge auf die gesetzliche Rente hinnehmen müssen und somit finanzielle Einbußen erleiden.

Die gesetzliche Rente alleine wird zukünftig wohl nicht mehr ausreichen, um im Rentenalter ohne materielle Sorgen leben zu können. Wer die Rentenlücke schließen will, muss zusätzlich vorsorgen. Die betriebliche Altersversorgung leistet dabei einen wesentlichen Beitrag für die finanzielle Absicherung nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben.

Es gibt viele Gründe, die für die betriebliche Altersvorsorge sprechen. So ermöglicht sie durch die so genannte Bruttoentgeltumwandlung die Einsparung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen unmittelbar über die Personalabrechnung. Darüber hinaus übernimmt der Arbeitgeber die vertraglichen Formalitäten und führt die Beiträge ab. Bei branchenspezifischen Modellen können die Leistungen speziell auf die jeweiligen beruflichen Risiken zugeschnitten sein. Eine Gesundheitsprüfung ist nicht immer erforderlich.

Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung zugunsten einer bAV

Der besonderen Bedeutung der betrieblichen Altersvorsorge wird das Betriebsrentengesetz gerecht. Demnach haben Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, einen Anspruch auf Umwandlung von Teilen des Arbeitsentgelts zum Aufbau einer zusätzlichen Betriebsrente. Der Anspruch ist allerdings in der Höhe nach oben auf bis zu 4% der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (BBG-RV) begrenzt. In 2012 ergibt sich ein Höchstbetrag von 2.688 € jährlich. Grundsätzlich wählt der Arbeitgeber den Durchführungsweg aus.

Durchführungswege

Dem Arbeitgeber stehen zur Durchführung der betrieblichen Altersversorgung die nachstehenden fünf unterschiedlichen Varianten zur Verfügung:

Direktzusage

Bei einer Direktzusage, auch Pensionszusage genannt, ist der Arbeitgeber Träger der Altersversorgung und erbringt aus eigenen Mitteln Versorgungsleistungen an seine ehemaligen Mitarbeiter. Eine Fortführung mit eigenen Beiträgen nach Ausscheiden aus dem Unternehmen ist gesetzlich nicht gesichert.

Unterstützungskasse

Eine Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbständige, jedoch nicht rechtsfähige Versorgungseinrichtung, die die betriebliche Altersversorgung ohne gesetzlichen Rechtsanspruch auf Leistungen gewährt. Der Ausschluss eines Rechtsanspruchs bedeutet jedoch nicht, dass der Arbeitgeber ein unbeschränktes Widerrufsrecht hat. So wurde höchstrichterlich klargestellt, dass bei erbrachter Betriebstreue dem Arbeitnehmer im Gegenzug nicht die zugesagte Versorgungsleistung verweigert werden kann. Auch bei der Unterstützungskasse hat der Arbeitnehmer, bei Ausscheiden aus dem Unternehmen, keinen Anspruch auf Fortführung der Altersversorgung mit eigenen Beiträgen.

Direktversicherung

Bei der Direktversicherung ist der Arbeitnehmer versicherte Person, und der Arbeitgeber Versicherungsnehmer einer Lebensversicherung. Der Arbeitnehmer erwirkt durch eigene Beiträge einen unwiderruflichen Rechtsanspruch. Durch die Versicherung auf das Leben des Arbeitnehmers sind auch die Hinterbliebenen des Arbeitnehmers bezugsberechtigt. Direktversicherungen werden nach Ausscheiden aus dem Unternehmen regelmäßig auf den Arbeitnehmer oder den neuen Arbeitgeber übertragen.

Pensionskasse

Um eine Pensionskasse handelt es sich, wenn die betriebliche Altersversorgung von einer rechtsfähigen Versorgungseinrichtung durchgeführt wird, die dem Arbeitnehmer oder seinen Hinterbliebenen auf ihre Leistungen einen Rechtsanspruch gewährt. Neben einer lebenslangen Rente ist auch eine einmalige Kapitalabfindung als Leistung aus der Pensionskasse denkbar. Scheidet der Arbeitnehmer mit einer unverfallbaren Anwartschaft auf eine betriebliche Altersversorgung aus dem Unternehmen aus, kann er regelmäßig die Versorgung mit eigenen Beiträgen weiter aufbauen.

Pensionsfonds

Auch ein Pensionsfonds gewährt dem Arbeitnehmer oder seinen Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch auf Leistungen. Bei Pensionsfonds bestehen durch die weitestgehend frei am Kapitalmarkt angelegten eingebrachten Mittel höhere Renditechancen als bei einer Direktversicherung oder Pensionskasse. Eine unverfallbare Anwartschaft garantiert dem Arbeitnehmer nach Ausscheiden aus dem Unternehmen die Fortführung mit eigenen Beiträgen.

Portabilität

Die gesetzliche geregelte Portabilität ist ein Recht auf Übertragung einer betrieblichen Altersversorgung. Voraussetzung für diesen Rechtsanspruch ist, dass die Altersvorsorge in der Vergangenheit über eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds durchgeführt wurde. Der Wert darf im Jahr der Übertragung die BBG-RV dabei nicht übersteigen. Weiterhin ist die Übertragung fristgebunden und kann nur innerhalb eines Jahres nach Ausscheiden beim vorherigen Arbeitgeber geltend gemacht werden.

Versorgungszusagen, die vor dem 01.01.2005 erteilt wurden, werden von dieser Regelung nicht erfasst.




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