Unsere Partnerportale:   wikifinanzen |  wikiimmobilie |  wikioutlets
Befristeter Arbeitsvertrag

Befristeter Arbeitsvertrag

Ein befristetes Arbeitsverhältnis ist ein Arbeitsvertrag auf eine bestimmte Zeit. Die Dauer ist dabei entweder kalendermäßig, also eine Zeitbefristung, oder bis zur Erreichung eines Zweckes (Sachgrundbefristung) festgesetzt. Der befristete Arbeitsvertrag endet dann automatisch mit Ablauf der Zeit oder der Erreichung des Zieles.

Auch für ein befristetes Arbeitsverhältnis gelten gleichlautend alle gesetzlichen Rechte und Pflichten wie beispielsweise die Bestimmungen des Bundesurlaubs- oder des Kündigungsschutzgesetzes. Es können im Arbeitsvertrag aber auch Ausnahmen festgehalten werden.

Nach dem Auslaufen einer kalendermäßígen Befristung ohne Sachgrund kann ein neuer, befristeter Vertrag mit Sachgrund abgeschlossen werden. Allerdings ist zu beachten, dass aus einem zuvor unbefristeten Arbeitsverhältnis kein Arbeitsverhältnis mit einer kalendermäßígen Befristung gemacht werden kann. Soll das Arbeitsverhältnis befristet sein, sollte dies vor dem Abschluss des Vertrags bereits schriftlich festgehalten werden.

Befristeter Arbeitsvertrag ohne sachlichen Grund

Eine Befristung ohne sachlichen Grund kann nur bei Neueinstellungen, also wenn vorher kein Arbeitsvertrag bestand, abgeschlossen werden. Kalendermäßig befristete Arbeitsverhältnisse können über maximal 2 Jahre abgeschlossen werden. Innerhalb dieser Zeit kann der Vertrag maximal dreimal verlängert werden. Voraussetzung dabei ist jedoch, dass dies vor dem Ablauf der 2 Jahre geschieht. Dabei darf allerdings nur die Laufzeit des Vertrages geändert werden und nicht gleichzeitig auch die Arbeitsbedingungen, ansonsten wird aus einem befristeten Arbeitsvertrag unwillentlich ein unbefristeter Arbeitsvertrag.

Praxistipp

Existenzgründer dürfen in den ersten 4 Jahren ab dem Tag der Gründung, Arbeitsverhältnisse ohne Sachgrund für 4 Jahre vergeben.

Befristeter Arbeitsvertrag mit sachlichen Grund

Das befristete Arbeitsverhältnis mit Sachgrund wird ohne zeitliche Einschränkung bzw. einer Höchstdauer festgesetzt. Die Befristung muss im Arbeitsleben üblich sein und den wirtschaftlichen bzw. sozialen Verhältnissen beider Parteien entsprechen. Der Arbeitnehmer darf nicht unsachlich benachteiligt werden. Außerdem muss das deutsche Arbeitsrecht stets eingehalten werden.

Beispiele für eine zulässige Sachgrundbefristung:

  • betriebliche Mehrbedarf an Arbeitskräften besteht nur vorübergehend
  • Arbeitsverhältnis dient zur Erprobung
  • Anschluss an die Ausbildung / Studium
  • Vertretung eines anderen Arbeitnehmers (Elternzeit, Erkrankung, Urlaub.)
  • Arbeitsverhältnis beruht auf gerichtlichem Vergleich

Gleichstellung befristet - unbefristet

Die Gleichstellung eines befristeten und eines unbefristeten Arbeitsverhältnis ist gesetzlich geregelt. Zum einen greift hier das Diskriminierungsverbot. Arbeitnehmer mit einer Befristung dürfen nicht schlechter gestellt werden. Ihm stehen ebenfalls Zusatzleistungen, Erholungsurlaub und ähnliche Leistungen anteilmäßig zum Arbeitsumfang zu.

Das Benachteilungsverbot besagt in Bezug auf ein befristetes Arbeitsverhältnisses, dass der Arbeitnehmer aufgrund des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) nicht benachteiligt werden darf.

Ein Arbeitnehmer mit einem solchen Arbeitsverhältnis hat zu jeder Zeit das Recht auf Information. Er muss informiert werden, wenn zum Beispiel im Unternehmen eine neue Stelle ausgeschrieben wird.

Das Recht auf Aus- und Weiterbildung soll dem Arbeitnehmer in der Entwicklung und der Mobilität helfen. Dadurch erhöhen sich die Chancen auf einen Dauerarbeitsplatz. Während des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Elternzeit bzw. Mutterschutz. Der Vertrag verlängert sich dadurch aber nicht.

Kettenarbeitsverhältnis

Ein Kettenarbeitsverhältnis kommt zustande, wenn mehrere Befristungen mit Sachgrund aneinander gereiht werden. Dabei müssen keine Zwischenfristen eingehalten werden. Der Abschluss eines solchen Arbeitsverhältnisses ist nicht abhängig vom Sachgrund.

Beispiel: Eine erneute Befristung kommt zustande, da die Arbeit in der vereinbarten Zeit nicht geschafft wurde.

Besonderheit: Nach dem Ende einer Ausbildung ist ein befristeter Arbeitsvertrag nur einmal möglich. Dies soll den Übergang zur Anschlussbeschäftigung erleichtern, aber auch vor rechtsmissbräuchlicher Gestaltung schützen.

Beendigung / Kündigung

Eine Befristung endet ohne Kündigung nach Ablauf der Zeit bzw. nach Erreichen des Zwecks. Sollte es ein Vertrag mit Sachgrund sein, muss der Arbeitnehmer über die Zweckerreichung informiert werden. Das Arbeitsverhältnis endet dann nach Ablauf von 2 Wochen.

Ein befristetes Arbeitsverhältnis kann von keiner Seite ordentlich gekündigt werden. Daher sollte im Vorherein ein Kündigungsrecht vereinbart werden. Sollte das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Vertragslaufzeit stillschweigend fortgesetzt werden, ist es ab diesem Zeitpunkt ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, selbst wenn die maximale Dauer oder Verlängerungsmöglichkeit noch nicht ausgeschöpft wurde.




Gehaltsrechner

Berechnen Sie mit dem
Gehaltsrechner kostenlos Ihr Netto!