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Leiharbeit

Die Leiharbeit wird auch als Arbeitnehmerüberlassung oder Zeitarbeit bezeichnet. Leiharbeit bedeutet, dass ein Zeitarbeitsunternehmen (Verleihbetrieb) ihren Arbeitnehmer (Leiharbeiter) einem dritten Unternehmen (Entleihbetrieb) überlässt. Dies kann für zeitlich befristete Einsätze, z. B. zur Abdeckung von Arbeitsspitzen, oder für Einsätze von unbestimmter Dauer der Fall sein. Der Verleihbetrieb trifft zu diesem Zwecke mit dem Entleihbetrieb eine Arbeitnehmerüberlassungsvereinbarung, in der ein Stundenverrechnungssatz als Preis pro Einsatzstunde vereinbart wird. Für die Arbeitnehmerüberlassung benötigt der Verleihbetrieb eine Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit.

Der Leiharbeiter ist stets dem verleihenden Unternehmen verpflichtet, da mit diesem das Arbeitsverhältnis besteht. Gleichwohl steht dem Entleihbetrieb das Direktionsrecht zu. Die Zeitarbeit bietet insbesondere für Arbeitslose eine Chance zurück in den sog. 1. Arbeitsmarkt und die Arbeitslosigkeit zu beenden. Die Übernahme in die Stammbelegschaft eines Entleihunternehmens ist grundsätzlich denkbar, mag aber - abhängig von der getroffenen Vereinbarung - an eine Ablösezahlung gekoppelt sein.

Die Leiharbeit soll die Flexibilität eines Unternehmens fördern und dient u.a. als Puffer bei Auslastungsschwankungen, jedoch kann Leiharbeit auch zur Erosion der Normalarbeitsverhältnisse führen. Das Anforderungsniveau an Leiharbeiter reicht von reinen Hilfstätigkeiten über Fachhelfer ohne abgeschlossene Berufsausbildung, bis hin zu Fachkräften (z.B. Industriemechaniker) und Ingenieuren. Ein Einsatzende bedeutet nicht automatisch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, sondern der Verleihbetrieb wird sich in erster Linie um einen neuen Einsatz bemühen. Wechselnde Einsätze sind letztlich charakteristisch für die Zeitarbeit.

Seit dem 30.04.2011 wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales verbindlich eine Lohnuntergrenze festgesetzt. Dabei bekommen Leiharbeiter in den westlichen Bundesländern mindestens 7,79 € / Stunde und in den östlichen Bundesländern mindestens 6,89 € / Stunde. Die Vergütung enthält der Leiharbeiter während des Einsatzes weiterhin vom Verleihbetrieb. Der Entleihbetrieb zahlt i.d.R. nur für die tatsächlichen Einsatzstunden. Insbesondere Lohnfortzahlungskosten bei Arbeitsunfähigkeit oder Feiertagsvergütung gehen zu Lasten des Verleihers. Der Kalkulation des Verleihers kann sich wie exemplarisch folgt darstellen:

Entleihgebühr 20,00 € (zzgl. MwSt.)
Bruttostundenlohn 10,00 €
Arbeitgeberanteil Sozialversicherung 2,25 €
sonstige Kosten (Urlaub, Lohnfortzahlung etc.) 3,25 €
andere interne Kosten Verleiher 3,50 €
Marge des Verleihers 1,00 €






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